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  • Am 16.09.2009
  • Um 06:09 AM

Vernichtung von Killerspielen in Stuttgart geplant 0

Wie aus verschiedenen Medienberichten hervor geht, plant das „Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden“ für kommenden Samstag eine Aktion in deren Rahmen als Killerspiele verschrieene Ego-Shooter vernichtet werden sollen. Zu diesem Zweck will das Bündnis auf dem Stuttgarter Schlossplatz einen Container aufstellen, in welchen die umstrittenen Spiele öffentlich entsorgt werden können. Als Belohnung für den Einwurf der Spiele darf jeder, der ein Spiel abgibt ein Los ziehen.

Unter allen Teilnehmern wollen die Verantwortlichen dann im Anschluss an die von 10.00 – 19.00 Uhr andauernde Veranstaltung ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft mit den Unterschriften der aktuellen Spieler verlosen. Fachleute und der Verband für Video- und Computerspiele reagierten entsetzt auf das Vorhaben des Aktionsbündnisses, mit welchem erneut ein direkter Zusammenhang zwischen so genannten Ego-Shootern, Computerspielen also, welche den Gebrauch von Schusswaffen zum Inhalt haben, und Amokläufen der jüngsten Vergangenheit hergestellt. Ob dieser Zusammenhang jedoch tatsächlich besteht ist in Fachkreisen sei jeher umstritten. Hierbei betonen zahlreiche Fachleute immer wieder, dass es in der heutigen Zeit normal sein, dass Jugendliche Zugang zu solchen Spielen haben, und diese auch regelmäßig spielen. Eine Steigerung der Gewaltbereitschaft sei hierbei jedoch keinesfalls zu erkennen. Zudem sei es nicht unwahrscheinlich, dass auch Amokläufer solche Spiele spielten, bevor sie ihre Gewalttaten verübten.

Vor allem in Gamerforen und auf einschlägigen Internetseiten wurde zudem scharfe Kritik an dem Vorgehen des „Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden“ laut. Dort setzten einige User die Vernichtung der Spiele mit der Bücherverbrennung des Dritten Reiches gleich. Eine Meinung, der sich auch der Verband für Video- und Computerspiele anschloss. Die Verantwortlichen hier betonten jedoch, dass solch ein Fehltritt niemanden zu wünschen sei.

Zudem initiierten sie gleichzeitig mit der Veranstaltung des Bündnisses eine eigene Veranstaltung, bei welcher Computerspiele ebenfalls abgegeben werden können. In diesem Falle sollten die Spiele jedoch nicht vernichtet werden, sondern später zu Zwecken der Integration eingesetzt werden, was nach Ansicht der Verantwortlichen der deutlich bessere Umgang mit der Problematik der Ego-Shooter sei.

Foto: Greenpeace Finland (flickr)


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